Ilmenauer Wissenschaftsnacht 2026

Besondere Momente für große und kleine Forscher

2026 wird das Jahr der Experimente und Erkenntnisse! Denn in diesem Jahr findet wieder die Ilmenauer Wissenschaftsnacht statt. Am 20. Juni laden die Technische Universität, Ilmenauer Unternehmen und in die Stadt Ilmenau zur großen Entdeckungstour in die Welt der Forschung, Entwicklung und des Fortschritts ein. Dabei zeigt Ilmenau, was in unserer Heimat steckt: Bahnbrechende Erfindungen, einzigartige Innovationen und clevere Produkte, die hier entwickelt und produziert werden. 


Wir sind dabei

Die Innovationskraft unserer Region macht uns als kommunalen Energiedienstleister natürlich sehr stolz. Und deshalb unterstützen wir die Ilmenauer Wissenschaftsnacht nicht nur als Goldsponsor, sondern sind auch selbst mit spannenden Mitmachangeboten dabei.

Das Pedal-Duell

Pedal-Power statt Steckdose: Energie-Fahrrad trifft Carrera-Bahn! Auf dem Energie-Fahrrad erzeugen Sie selbst Strom und verwandeln damit Ihre Beinkraft direkt in Geschwindigkeit auf der angeschlossenen Carrera-Bahn. Damit treiben Sie ihren Flitzer auf der Rennbahn an und steuern ihn mit vollem Körpereinsatz über den Parcours. Doch Achtung: Hier sind Kraft, Ausdauer und Geschicklichkeit gefragt. Wer nur blind strampelt, fliegt aus der Kurve. Dieses spannende Duell gewinnt nur, wer die richtige Mischung aus Muskelkraft und „Fußspitzengefühl“ findet.

Mit unserem Sponsorenstand und dem Energiefahrrad erwarten wir Sie zur Wissenschaftsnacht im Foyer des großen Hörsaalbaus (Audimax), Gustav-Kirchhoff-Platz 1. Hier finden Sie uns.

Scan den Trafo

Kunst, Spiel und Spaß mit dem Spazierweg der Stadtwerke: In unmittelbarer Nähe zur Universitätsbibliothek steht eine unserer Trafostationen, die mit ihrer bunten Gestaltung nur eine von 19 Stationen unseres „Energie- und Umweltspazierwegs“ ist. An der Station öffnet ein QR-Code die Tür in die digitale Welt. Nur Mut – Scannen Sie den QR-Code, testen Sie den Spazierweg und bringen Sie in diesem Minigame den kleinen Roboter sicher nach Hause. Das kleine Spiel ist gleichzeitig Teil der Kinder-Stempel-Rallye - hier gibt es einen Stempel für die Karte.

An unserem Pavillon an der Trafostation geben wir außerdem auch Wanderkarten für den “Energie- und Umweltspazierweg” aus. Sie finden uns am Gustav-Kirchhoff-Platz 2.

Experimente für große und kleine Entdecker

Die Ilmenauer Wissenschaftsnacht ist eine großartige Möglichkeit, sich von Technik, Wissenschaft und Innovation mitreißen zu lassen und den “Wow-Effekt” hautnah zu erleben. Als kleinen Vorgeschmack, sozusagen zum Aufwärmen für den großen Abend, stellen wir einige Experimente bereit, die große und kleine Forscher und Forscherinnen zu Hause selbst ausprobieren können.

Alle unsere Experimente sind selbst ausprobiert und die Videos sind ohne KI-Unterstützung entstanden - es funktioniert also wirklich!

Die Geheim-Tinte

Das Experiment

  • Was man braucht: ein weißes Blatt Papier, Zitronensaft (frisch gepresst oder Konzentrat), einen feinen Pinsel (oder Griffel oder Zahnstocher) zum Schreiben, eine Hitzequelle (Herdplatte)
  • Das Experiment: Tunke den Pinsel in den Zitronensaft und schreibe oder zeichne eine Botschaft auf das Papier. Lass das Papier vollständig trocknen, bis die Schrift unsichtbar ist. Um die Nachricht zu enthüllen, erhitze das Papier vorsichtig über der Herdplatte.
  • Der Wow-Effekt: Wie von Zauberhand erscheint die zuvor unsichtbare Schrift in einem Braunton auf dem Papier.
  • Die Wissenschaft: Zitronensaft enthält organische Kohlenstoffverbindungen, die farblos sind. Durch die Zufuhr von Wärme zersetzen sich diese Verbindungen zu dunklen, kohlenstoffreichen Rückständen. So wird die Schrift wieder sichtbar.

Die Wissenschaft dahinter

  • Die Zusammensetzung des Zitronensafts: Zitronensaft ist eine komplexe Mischung aus Wasser, Zitronensäure, Zucker und verschiedenen Vitaminen. Chemisch gesehen handelt es sich bei den entscheidenden Bestandteilen um Kohlenhydrate (Zucker) und organische Säuren. In verdünnter Form auf weißem Papier sind diese Stoffe nach dem Verdunsten des Wassers für das menschliche Auge nahezu unsichtbar, da sie farblos sind und in dünner Schicht die Lichtstreuung des Papiers kaum verändern.
  • Thermische Zersetzung und Dehydratisierung: Sobald Wärme zugeführt wird, setzt ein chemischer Prozess ein. Unter Hitzeeinwirkung kommt es zu Zersetzungsprozessen, die von der Zitronensäure noch begünstigt werden. Die enthaltenen Zucker und organischen Säuren reagieren unter Wärmeeinfluss und verlieren unter anderem Wasser (Dehydratisierung). Dabei entstehen neue, komplexe Moleküle sowie feste, kohlenstoffreiche Rückstände.
  • Karamellisierung und Zersetzung: Ein zentraler Effekt ist die Karamellisierung. Dabei wird Zucker durch Hitze chemisch verändert und bildet braune bis dunkle Verbindungen. Zusätzlich laufen weitere Zersetzungsreaktionen (thermische Zersetzung bzw. Pyrolyse) ab. Auch Oxidationsprozesse können beteiligt sein, da die erhitzten Stoffe mit Sauerstoff aus der Luft reagieren. Insgesamt führen diese Prozesse dazu, dass die behandelten Stellen Licht stärker absorbieren und dadurch dunkel erscheinen. Je mehr Hitze zugeführt wird, desto dunkler (kohleartiger) wird das Ergebnis. Da der Zitronensaft die Papierstruktur lokal bereits leicht geschwächt hat, setzt diese Bräunung dort deutlich früher ein als beim restlichen, unbehandelten Papier.
  • Komplexe Reaktionen: Die sichtbare Schrift entsteht also nicht durch einen einzelnen Prozess, sondern durch das Zusammenspiel mehrerer chemischer Reaktionen: thermische Zersetzung, Dehydratisierung, Karamellisierung und teilweise Oxidation. Diese führen zur Bildung dunkler, kohlenstoffreicher Verbindungen – und machen die zuvor unsichtbare Botschaft sichtbar.

Das Milch-Feuerwerk

Das Experiment

  • Was man braucht: Einen flachen Teller mit Milch, Lebensmittelfarbe (Tropfen), ein Wattestäbchen mit etwas Spülmittel.
  • Das Experiment: Ein paar Tropfen Farbe in die Mitte der Milch geben. Dann das „magische“ Wattestäbchen in die Mitte tippen.
  • Der Wow-Effekt: Die Lebensmittelfarbe schießt wie ein kleines Feuerwerk zum Rand des Tellers.
  • Die Wissenschaft: Das Spülmittel bricht die Oberflächenspannung der Milch. Die Fettmoleküle in der Milch “flitzen” davon und nehmen die Farben mit.

Die Wissenschaft dahinter

  • Die Oberflächenspannung der Milch: Milch besteht zu einem Großteil aus Wasser, in dem Fetttröpfchen und Proteine (Kaseine) emulgiert (vermengt) sind. Die Wassermoleküle an der Oberfläche ziehen sich gegenseitig stark an (Kohäsionskräfte). Da sie nach oben keine Nachbarn haben, entsteht eine nach innen gerichtete Kraft, die die Oberfläche wie eine elastische Haut unter Spannung setzt – die Oberflächenspannung.
  • Die Wirkung des Spülmittels: Spülmittel enthält Tenside. Dies sind amphiphile Moleküle, das heißt, sie besitzen ein hydrophiles (wasserliebendes) Kopfende und ein lipophiles (fettliebendes) Ende. Sobald das Wattestäbchen die Milch berührt, setzen sich die Tensid-Moleküle an die Oberfläche und drängen sich zwischen die Wassermoleküle. Dies reduziert die Anziehungskräfte zwischen den Wassermolekülen drastisch: Die lokale Oberflächenspannung bricht zusammen.
  • Der Marangoni-Effekt (Der "Antrieb"): Das "Feuerwerk" entsteht durch den sogenannten Marangoni-Effekt. Dabei strömen Flüssigkeiten immer von Bereichen mit niedriger Oberflächenspannung zu Bereichen mit hoher Oberflächenspannung. Im Zentrum (beim Wattestäbchen) ist die Spannung durch das Spülmittel nun niedrig, am Rand des Tellers ist sie noch hoch. Dieser Spannungsgradient (Unterschied) erzeugt eine starke Oberflächenströmung nach außen. Da die Farbtropfen auf der Oberfläche schwimmen, werden sie von dieser Strömung mitgerissen – sie "flitzen" zum Rand.
  • Die Interaktion mit den Fettmolekülen: Zusätzlich versuchen die lipophilen Enden der Tenside, sich an die in der Milch schwebenden Fetttröpfchen zu binden (Mizellenbildung/"Einkapselung"). Diese molekulare "Jagd" nach den Fettmolekülen sorgt für die anhaltenden Wirbel und Turbulenzen, die man im Teller beobachten kann, selbst nachdem der erste große "Knall" vorbei ist. Die Farbe dient hierbei als Indikator, um diese unsichtbaren Bewegungen sichtbar zu machen.

Der magische Pfeil

Das Experiment

  • Was man braucht: Ein durchsichtiges, glattes Glas (ohne Muster), Wasser, ein Blatt Papier mit zwei waagerechten Pfeilen, die in dieselbe Richtung zeigen.
  • Das Experiment: Zeichne zwei Pfeile auf das Papier. Stelle das Papier hinter das leere Glas. Gieße nun langsam Wasser in das Glas und beobachte die Pfeile durch das Wasser hindurch.
  • Der Wow-Effekt: Sobald das Wasser die Pfeile „erreicht“, kehren sie scheinbar ihre Richtung um – sie zeigen plötzlich in die entgegengesetzte Richtung, obwohl das Papier unverändert hinter dem Glas steht.
  • Die Wissenschaft: Das mit Wasser gefüllte Glas wirkt wie eine Zylinderlinse. Das einfallende Licht wird beim Durchgang durch Glas und Wasser so gebrochen, dass sich die Lichtstrahlen teilweise kreuzen. Dadurch erscheint das Bild auf der anderen Seite seitenverkehrt (horizontal umgekehrt).

Die Wissenschaft dahinter

  • Die Brechung des Lichts (Refraktion): Licht bewegt sich in verschiedenen Medien unterschiedlich schnell. Wenn Lichtstrahlen von einem Medium (Luft) in ein optisch dichteres Medium (z. B. Wasser oder Glas) übertreten, ändern sie ihre Geschwindigkeit und damit ihre Richtung. Diesen Vorgang nennt man Lichtbrechung oder Refraktion. Der Grad der Brechung hängt vom sogenannten Brechungsindex des Materials ab.
  • Das Glas als Zylinderlinse: Da das Glas rund ist, wirken die Glaswand und das Wasser im Inneren zusammen wie eine Zylinderlinse. Diese bündelt Lichtstrahlen nur in einer Richtung – hier vor allem in horizontaler Richtung. Dadurch werden Lichtstrahlen, die von links kommen, nach rechts abgelenkt – und umgekehrt.
  • Die Umkehrung der Strahlengänge: Durch die Brechung im Glas-Wasser-System werden die Lichtstrahlen so abgelenkt, dass sich Strahlen von der linken und rechten Seite des Objekts kreuzen. Dadurch gelangen die Informationen der linken Seite nach rechts ins Auge und umgekehrt. Das führt dazu, dass der Pfeil horizontal umgekehrt erscheint.
  • Die Wirkung des Abstands: Damit der Umkehreffekt sichtbar wird, muss der Abstand zwischen Papier und Glas groß genug sein. Nur dann können sich die Lichtstrahlen ausreichend kreuzen. Das Einfüllen von Wasser verstärkt die Brechung und macht den Effekt deutlich sichtbar. Die Pfeile dienen dabei als anschaulicher Indikator für diesen optischen Vorgang.

Die Flut im Wasserglas

Das Experiment

  • Was man braucht: Ein durchsichtiges Glas ohne Muster, einen Teller mit Rand, ein Teelicht, gefärbtes Wasser und ein Feuerzeug.
  • Das Experiment: Stelle das Teelicht auf den Teller und zünde es an. Gieße gefärbtes Wasser auf den Teller, sodass der Boden gut bedeckt ist. Stülpe nun das Glas über das brennende Teelicht und beobachte die Kerzenflamme und das Wasser.
  • Der Wow-Effekt: Die Flamme erlischt und kurz darauf steigt das Wasser im Glas, als würde es „nach oben gezogen“. Tatsächlich sorgt ein Druckunterschied dafür, dass das Wasser ins Glas gedrückt wird.
  • Die Wissenschaft: Das Glas schließt ein Luftvolumen ein. Die Kerze erwärmt zunächst die Luft im Glas. Dadurch dehnt sich die Luft aus, und ein Teil kann unter dem Glasrand entweichen. Erlischt die Kerze, kühlt die Luft im Glas rasch ab und zieht sich zusammen. Dadurch sinkt der Druck im Inneren des Glases. Der Luftdruck außerhalb des Glases ist nun höher und drückt das Wasser in das Glas hinein, bis sich ein neues Gleichgewicht eingestellt hat.

Die Wissenschaft dahinter

  • Thermodynamische Zustandsänderung:
    Die Luft im Glas kann näherungsweise wie ein „ideales Gas“ betrachtet werden. Nach dem Gesetz von Gay-Lussac gilt: Bei konstantem Volumen ist der Druck eines Gases proportional zu seiner Temperatur. Weil die Kerze die Luft im Glas erwärmt, steigt zunächst der Druck. Nach dem Erlöschen sinkt die Temperatur wieder, und damit nimmt auch der Druck im Glas ab.
  • Der Druckunterschied:
    Zunächst dehnt sich die Luft im Glas aus und ein Teil davon entweicht unter dem Glasrand nach draußen. Sobald die Kerze erlischt, kühlt die Luft rasch wieder ab. Durch die Abkühlung zieht sich die Luft wieder zusammen (der Druck sinkt bei konstantem Volumen) und im Glas entsteht ein geringerer Druck als außerhalb. Da das Wasser den Glasrand abdichtet, kann keine Luft nachströmen. Deshalb wird von dem höheren Außerdruck Wasser in das Glas hineingepresst, bis der Druckunterschied ausgeglichen ist.
  • Die Rolle der Verbrennung:
    Häufig wird das Experiment verkürzt so erklärt, dass die Kerze den Sauerstoff „verbraucht“ und dadurch ein Vakuum entsteht. Das ist so nicht ganz richtig. Zwar wird Sauerstoff verbraucht, gleichzeitig entstehen aber auch Kohlenstoffdioxid und Wasserdampf. Der sichtbare Effekt entsteht vor allem durch die Temperaturdifferenz und damit den Druckunterschied der Luft.

Sie finden uns am Veranstaltungstag mit dem Energiefahrrad und unserem Sponsorenstand im Audimax und mit unserem Pavillon und Wanderkarten für den Spazierweg an der Trafostation neben der Unibibliothek jeweils von 17.00 Uhr bis 22.00 Uhr.

Bei weiteren Fragen zur Wissenschaftsnacht oder unserem Engagement für die Technologieregion Ilmenau schreiben Sie uns gern an marketing(at)stadtwerke-ilmenau.de

Wir freuen uns auf alle großen und kleinen neugierigen Besucher zur Wissenschaftsnacht!


Anschrift
Stadtwerke Ilmenau
Auf dem Mittelfeld 5
98693 Ilmenau

Servicenummern
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